Unterrichtssprache

Das neue Volksschulgesetz gibt Richtlinien bezüglich Unterrichtssprache im Kindergarten vor

Laut § 24 des neuen Volksschulgesetzes muss im Kindergarten teilweise hochdeutsch gesprochen werden. Es wird verlangt,  dass einzelne Sequenzen im Kindergartenalltag, die regelmässig - also mindestens wöchentlich - stattfinden,  auf Hochdeutsch abgehalten werden. Die Kindergärten in Zollikon und Zollikerberg erprobten nun während fast dreier  Monate verschiedene zeitliche und inhaltliche Varianten.

Damit sowohl  die jüngeren als auch die älteren Kinder von diesen Sprachfenstern profitieren können, finden sie grundsätzlich am Morgen statt. Dabei  werden Geschichten erzählt, Sachbücher besprochen oder ganz ungezwungen Gespräche auf  Hochdeutsch geführt. Zusätzlich werden die Kindergartenlehrpersonen jeweils im 2. Semester an einem Nachmittag mit den „Grossen“, also den Kindern im zweiten Kindergartenjahr,  mit Sprachprogrammen arbeiten. Hier stehen verschiedene Lehrbücher zur Auswahl:  z.B. das Würzburger Training, Oli der Ohrwurm, Lecus usw.

Weshalb wird bereits in so frühen Jahren auf die Hochsprache Wert gelegt? Viele Untersuchungen zeigen, dass die Schullaufbahn der Kinder eng an die Sprachkompetenz gekoppelt ist. Eine hohe Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation nicht nur für den Schulerfolg, sondern auch für die Kommunikation in der Familie, in der Freizeit und im Beruf. Der Kindergarten bietet die Möglichkeit, positive Erfahrungen mit der Unterrichtssprache Hochdeutsch zu machen. Eine positive Einstellung erleichtert den natürlichen Umgang mit dem Hochdeutschen und ebnet den Weg für die nachfolgenden Lernprozesse beim Übertritt in die Primarschule. Anzustreben ist ein lebendig gesprochenes „Schweizer Hochdeutsch“; dabei stehen während der Kindergartenjahre die inhaltliche Verständlichkeit der Beiträge und die Kommunikation im Vordergrund.

Die beste Sprachförderung besteht darin, Hochdeutsch im Unterricht ganz selbstverständlich einzusetzen und dabei auf die hoch effizienten Mechanismen des natürlichen Spracherwerbs zu vertrauen. Sprache ist dabei nicht Lerngegenstand, sondern Medium des persönlichen Ausdrucks und der Verständigung – und genau so wird sie am mühelosesten und schnellsten gelernt. Auf die formale Korrektur hochdeutscher Äusserungen soll im Kindergarten verzichtet werden, da dies zu Sprechhemmungen führen kann. Wird dagegen eine Äusserung des Kindes inhaltlich nicht verstanden, ist eine Klärung und ein Nachfragen angebracht. So erfährt das Kind, dass seine Äusserungen ernst genommen werden und es wird damit auch ermuntert, sich künftig erneut einzubringen. Durch diese Dialoge wird sowohl die Ausdrucksfähigkeit als auch das Hörverstehen der Kindergartenkinder geschult. Und da die Lehrpersonen spontan und natürlich mit der Hochsprache umgehen, erfahren die Kinder, wie alltäglich und selbstverständlich Reden und Verstehen von Hochdeutsch ist.